Archiv für Februar 2009

Diese Entscheidung ändert alles…

Schweden beschließt den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft.

„CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bezeichnete die Entscheidung der schwedischen Regierung dagegen als „klares Signal“ dafür, dass Kernenergie als Bestandteil eines breit gefächerten Energiemixes noch immer nötig sei. Seine Partei wolle aber keine neuen Kraftwerke bauen, sondern die Laufzeiten bestehender Anlagen verlängern, sagte Pofalla der „Süddeutschen Zeitung“. Die Union hatte 2008 beschlossen, mit der Forderung nach längeren Laufzeiten in den Bundestagswahlkampf zu gehen.“

via Focus

Anscheinend hat die Entscheidung der Schweden Einfluss auf die bisher ungünstigen Rahmenbedingungen der Atomkraft gehabt – sehen wir mal nach:

1. Atommüll ist nicht mehr gefährlich – hmm, auch trotz der Entscheidung der Schweden scheint sich daran nichts geändert zu haben, dass Atommüll weiterhin extrem gefährlich ist.

2. Die Entsorgung ist endlich geklärt – wie in den letzten fast 50 Jahren der kommerziellen Nutzung der Atomkraft gibt es keine durchführbare Methode, den strahlenden Müll sicher zu beseitigen, ohne das Problem einfach an kommende Generationen weiterzureichen (siehe Asse II). Man kann natürlich wie die Bundesländer, die am lautesten die Atomenergie propagieren (wie z.B. Bayern durch den Atomminister Glos) das Problem einfach weit weg verschieben – sagen wir mal nach Niedersachsen.

3. Uran wächst jetzt auf deutschen Äckern – es scheint so, dass Uran immer noch aus dem Ausland nach Deutschland transportiert werden muss – z.B. mit dem Schiff aus den USA oder Australien – man kann es natürlich auch aus Russland beziehen – es klingt sehr vielversprechend, sich mit einem weiteren Energiegrundstoff von Russland abhängig zu machen.

4. Transporte von Atommüll zahlt der Verursacher, sie sind extrem beliebt und jubelnde Menschenmassen begleiten die Züge mit den Castor-Transporten – hm, auch die Ablehnung der Bevölkerung gegen den Transport von strahlendem Müll scheint sich nicht gelegt zu haben – und die Bewachung der glorreichen Müllfracht bezahlt weiterhin der Steuerzahler.

Es hat sich also nichts geändert, außer dass die schwedische Regierung eine dumme Entscheidung getroffen hat – wie Herr Pofalla darin ein klares Signal erkennt ist mir schleierhaft.

Whale transitional fossil

Anscheinend wurde ein weiteres „transitional“ Fossil eines Vorfahren der heutigen Wale gefunden – ziemlich cool, wie man die Entwicklung nachvollziehen kann:

via Pharyngula

via Pharyngula

via Pharyngula

Der arme Papst Benedikt

Teile der CDU und CSU werfen sich schützend vor unser aller heilgen Vater Benedikt, dessen weise Urteilsfindung von unserer Regentin so unverhältnismäßig und unbegründet harsch kritisiert wurde.

Bernd Posselt von der deutschen Katolikenpartei CSU weist zurecht darauf hin, dass die Regentin sich viel mehr dafür einsetzen solle die Werte der Kirche des heiligen Vaters Benedikt in der deutschen Kritik mehr zur Geltung zu bringen – wir können nur annehmen, dass seine Aufforderung auch die Werte der Pius-Bruderschaft einschließen, die jetzt ja wieder nach ihrer Re-Kommunikation zum Kreise der Auserwählten in unserer Mutter Kirche zählen. Posselt stellt sich mit seiner Aussage klar hinter Onkel Benedikt, der genau gewusst hat, was er tut, als er die homophoben, frauenfeindlichen und antisemitischen Hetzer der Bruderschaft, die die unseligen Beschlüsse des zweiten Konzils nicht anerkennen zurück in die Kirche holte. Was maßt  sich unsere demokratisch legitimierte Regentin eigentlich an, den von Gott bestimmten Herrscher der einzig wahren Weltreligion zu kritisieren?

Es bleibt zu vermuten, dass Posselt es – im Einvernehmen mit der aktuellen Lehre der Pius-Brüder – zurecht nicht sonderlich gerne sieht, dass eine kinderlose Häraetikerin (denn dass sind Protestanten ja für diejenigen, die das zweite Vatikanische Konzil nicht anerkennen und die die Ökumene ablehnen) Regentin in unserem geliebten Vaterland ist.

Posselt steht ein für die verfolgte Mehrheit der Katholiken in Deutschland und für unseren Papst – gegen den Verfall der christlich-katholischen Werte, die als einziges zwischen uns und dem Abgrund der Bestialität stehen – und wenn eine Frau den heiligen Vater kritisiert, was kommt dann als Nächstes?

Danke Herr Posselt für Ihren gerechten Kampf – ein Platz im katholischen Paradies mit 72 garantiert domestizierten und heterosexuellen katholischen Jungfrauen ist Ihnen sicher – oder war das der andere Verein? Verblendete Radikale sind so schwer auseinanderzuhalten…


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